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21.05.2010

CDU-Haltung zu Kunstrasenplätzen

Erklärung der Ratsfraktion

Die CDU-Fraktion steht dem Vorhaben zustimmend, zugleich aber auch kritisch-mahnend gegenüber. Einerseits sehen wir die Umsetzung als Bereicherung für den Sport in Werther, insbesondere für den Jugendfußball, anderseits drückt uns aber auch die Art der Finanzierung mit der vollständigen Einbindung der Sportpauschale über 20 unvorhersehbare Jahre. Dieser Sorge sind auch unsere drei Enthaltungen geschuldet.

Die verplante Sportpauschale beraubt uns der Manövriermasse, auch für andere Sportvereine Wichtiges zu tun. Die weitere finanzielle Entwicklung in Stadt und Land ist ungewisser als je zuvor.

Völlig unstrittig ist der Kunstrasenplatz am Standort Langenheide, da er primär über das zeitlich befristete Konjunkturpaket II finanziert ist und bereits heute die nötigen Bau- und Infrastrukturvoraussetzungen bietet.

Den in den nächsten zwei Jahren in Häger geplanten Kunstrasenplatz halten wir in der derzeitigen weltwirtschaftlichen Phase für gewagt, fehlt doch letztlich auch eine detaillierte, von der Verwaltung vorgelegte Bedarfsberechnung.

Brauchen wir also wirklich einen dritten Kunstrasenplatz? Unser letztendliches Votum für beide neuen Kunstrasenplätze sind ausdrückliche Anerkennung (!) des Risikos und der Eigenleistung beider Vereine, hier auch ausdrücklich des SV Häger. Eigenleistungen beider Vereine von mehreren 10.000 Euro, dazu ein jeweiliger Kredit von 50.000 bzw. 100.000 Euro (Langenheide) über die jeweilige Vereinskasse sind Beiträge, die man ausdrücklich hervorheben und positiv bewerten muss.

Das tun wir mit unserem Votum auch. Nicht zu Ende gedacht sind unseres Erachtens die jährlichen finanziellen Folgekosten über 15.000 Euro, die die Stadt den Vereinen zusätzlich zur Abschreibung und späteren Erneuerung des Kunstrasens aufbürdet. Das ist für die beiden kleineren Vereine nicht leistbar, zumal der BV Werther als größter Wertheraner Ballspielverein weder Darlehenszahlungen noch Rückstellungen für seine Spielflächen aufbringen muss. Hier liegt eine Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung unter den Vereinen vor, die schnellstens beseitigt werden muss.

Sinnvoll wäre es gewesen, alle Aufwandsaufwendungen an die Fußballvereine im Voraus zu überprüfen und solche überzogenen Ausgaben, wie beispielsweise 18.000 Euro an Reinigungskosten für das Vereinsheim der BV Werther, anderweitig vorzuhalten. Hier stehen wir für gleiche und gerechte Bedingungen unter allen Vereinen ein. Und das hat uns auch dazu angetrieben, für einen Verein wie den Tennisclub Werther eine Summe von 4.000 Euro für Renovierungszwecke zur Verfügung zu stellen, die im übrigen im vollen Einklang mit den Sportförderungsrichtlinien steht.

Wer sich dem versagt, gibt sich unseres Erachtens - bei Kunstrasenkosten von ca. 1.3 Mill. Euro - der Lächerlichkeit oder besser der Ungerechtigkeit preis.

Für die CDU-Fraktion
Ulrich Buchalla, Fraktionsvorsitzende

aktualisiert von Team Werther, 21.05.2010, 16:36 Uhr