„Bleibt konservativ modern?“

Dr. Michael Brinkmeier, MdL, Hans-Dieter Lehnen, Hauptgeschäftsführer der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU und Bernd Tischler, Kreisvorsitzender des MIT-Kreisverbandes Güterslo
Dr. Michael Brinkmeier, MdL, Hans-Dieter Lehnen, Hauptgeschäftsführer der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU und Bernd Tischler, Kreisvorsitzender des MIT-Kreisverbandes Güterslo

Im noblen Ambiente der Klosterpforte Harsewinkel begrüßte die Mittelstandsvereinigung der CDU im Kreisverband Gütersloh Hans-Dieter Lehnen, Hauptgeschäftsführer der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU aus Berlin zum Thema "Bleibt konservativ modern?"

Hans-Dieter Lehnen: „Konservatives Denken lehnt den Fortschritt nicht ab, prüft ihn aber auf sein Verbesserungspotential. Nicht umstürzen und zerstören muss die Aufgabe des verantwortlichen Politikers lauten, sondern zugleich erhalten und verbessern. Konservatives Denken ruft nicht nach Neuem, nur weil es neu ist. Das Neue muss auch besser sein. Wir setzen auf Evolution, nicht Revolution.

Die Debatte über das konservative Profil der CDU hat im vergangenen Jahr wieder an Schwung gewonnen. Grund dafür sind Wahlergebnisse, die hinter den Erwartungen zurück bleiben und das Ausscheiden einer Reihe prominenter Konservativer aus der aktiven Politik. In Deutschland sind konservative Wähler bei vergangenen Wahlen zu Hunderttausenden zu Hause geblieben. 

Die CDU hat es in sechs Jahrzehnten geschafft, Schritt zu halten. Die Union war über all diese Jahre hin eine starke Marke. Die Menschen haben uns vertraut. Wenn man von der CDU gesprochen hat, dann dachte man an herausragende Bildung, garantierte Sicherheit, einen Wirtschaftsstandort, der für Leistungsfähigkeit und Innovation steht, und eine Partei, die die christlichen Werte hochhält. Zurück zu dem, was die CDU über Jahrzehnte stark gemacht hat. Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit sind dabei entscheidend.

Die CDU muss diese klassischen, aber auch die neuen konservativen Themen mutiger ansprechen und auch Personen herausbilden, die diese Themen glaubwürdig verkörpern. Es ist zu wenig, Überzeugungen in ein Grundsatzprogramm zu schreiben, sie aber als Parteien weder zu leben, noch in den politischen Alltag zu übersetzen.

Konservativ sein heißt, Gutes bewahren und erneuert weiter tragen. Christlich-konservativ bedeutet, dass dieses Bewahren und Erneuern eingebettet ist in das christliche Bild vom Menschen, in den Ordnungsrahmen des christlichen Menschenbildes. Fehlt die christliche Orientierung als wesentliche Grundlage unseres Handelns, dann fehlt auch das christliche Menschenbild als Maßstab für ethische Entscheidungen. Die christliche Orientierung erinnert uns alle an unsere persönliche Verantwortung vor Gott. Jeder Mensch muss sich für sein Handeln verantworten, auch und gerade Politiker. Deshalb sind die christlich-konservativen Elemente zwingende Grundlagen für unsere Politik. Wir wollen aus christlicher .Überzeugung gemeinsam unsere Umwelt – Gottes Schöpfung – für unsere Kinder und Kindeskinder bewahren, eine zutiefst konservative und christliche Denkweise. Die CDU besitzt ihr eigenes .ökologisches Profil, basierend auf unserer christlichen Verantwortung, im Einklang mit unseren wirtschaftspolitischen Vorstellungen.

Die CDU muss die Partei des Lebensschutzes, sowohl beim ungeborenen Kind, als auch über das gesamte Leben bis hin zum sterbenden Menschen sein. Wir werden mit allen Mitteln dagegen kämpfen, dass sich der Mensch herausnimmt zu entscheiden, was lebenswert ist und was nicht. Wir müssen die Partei der Familie bleiben, in all ihren modernen Ausformungen.

Konservative Werte bestimmen das, was unsere Gesellschaft zusammenhält, sie leistungsfähig und sozial gestaltet. Sie zu erhalten und fortzuentwickeln ist unsere Aufgabe. Konservativ sein heißt, die Wurzeln unseres Landes pflegen, die Identität bewahren, patriotisch zu sein. Es bedeutet, Verkrustungen aufzubrechen und Innovationen zu fördern. Ein Volk hat das Recht, die Regeln für das gesellschaftliche Zusammenleben in seiner Heimat zu definieren und daran haben sich alle Zuwanderer zu orientieren. Das Bewahren der eigenen Identität ist ein zentrales konservatives Anliegen. In Deutschland ist der Orientierungsrahmen, der Multikulti begrenzt, das Grundgesetz.

Die Union braucht die politische Mitte. Sie muss aber vor allem auch ihre Stammwähler mobilisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sie auch für heimatverbundene Patrioten, überzeugte Christen und Wertebewusste Konservative politische Heimat bleiben. Wir müssen für die Menschen da sein, die unser Land stark machen, für den Mittelstand bei den Unternehmen und den Mittelstand in der Gesellschaft.“

MIT-Kreisvorsitzender Bernd Tischler bedankte sich bei Hans-Dieter Lehnen mit einer Weltneuheit: Einer Solarcomputertastatur, bei der der Batteriewechsel Vergangenheit ist und die ohne Kabel auskommt, getreu dem Motto, das Neue muss auch besser sein.

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